Theater in der Schule und die dabei eingesetzten theaterpraktischen Methoden in unterschiedlichsten Zusammenhängen entsprechen in hohem Maße den Erkenntnissen heutiger Lern- und Hirnforschung. Theaterspiel kann wie keine andere Kunstform viele Bereiche vereinigen. Der Körper ist genauso beteiligt wie der Geist. An Texten, Bildern, Szenen und Situationen gewonnene Erkenntnisse finden den Weg zu persönlichem Ausdruck. Lernende erfahren im Spiel sehr viel über sich selbst als Person und entwickeln dabei Kriterien für ihre ästhetischen Wahrnehmungen. Theaterspiel dient der ganzheitlichen Persönlichkeitsentwicklung der Schülerinnen und Schüler, indem es gleichermaßen ihre rationalen wie emotionalen, intellektuellen wie kreativen, physischen wie musischen, individuellen wie sozialen Fähigkeiten fördert. Die Theaterpädagogik fördert dabei auch Sozialkompetenzen und ist untrennbar verbunden mit der Fähigkeit des Lesens und Textverstehens. Die Schulung der sprachlichen Ausdrucksfähigkeit und der Präsentationsfähigkeit der Lernenden steht dabei ebenfalls im Zentrum. Theater ist von seinen Anforderungen her interdisziplinär und hilft bei dem Erwerb von „Schlüsselqualifikationen“. Deshalb hat die „Zukunftskonferenz Schultheater Baden-Württemberg“, die am 9.2.2015 unter der Schirmherrschaft des KM in der Akademie für Theater, Musik und bildende Kunst in Bad Rotenfels stattfand, einige Maßnahmen diskutiert, die in mehreren Punkten bereits in vielen Schulcurricula aufgenommen wurden und die die zunehmende Wichtigkeit von Theaterprojekten aller Art deutlich machen. „Jedes Kind, jeder Jugendliche muss im Laufe seiner Schulzeit mehrfach aktive Bühnenerfahrungen machen können. Das Theater muss dabei das Zentrum bilden.“ (Dr. E. Liebau am 9.2.2015 in der Akademie Schloss Rotenfels, Broschüre des KM, 2015, C. Fuhrmann, V. Candik).
Für das Fach Französisch machten viele Gymnasien die Erfahrung, dass die beste Methode des Fremdsprachenlernens, die Schüleraustausche, die es in jeder Stadt seit dem Elyséevertrag gibt, einer neuen Konzeption bedurften, einer Konzeption, die der veränderten Auffassung der bilateralen Treffen entsprach. So entstanden Anfang der 2000-Jahre die sog. „Drittortbegegnungen“. Die Idee hierbei ist es, dass sich eine deutsche und eine französische Schülergruppe nicht aus touristischen Interessen treffen, die zum Ziel hatten, die jeweilige Partnerstadt kennenzulernen, sondern die ein gemeinsames Projekt ins Auge fassten. Dabei ist es wichtig, dass sich die Partner an einem dritten Ort, d.h., nicht in der einen oder der anderen Partnerstadt treffen, sondern in einer Jugendherberge, einem „gîte“ oder einer ähnlichen Begegnungsstätte an einem für beide Gruppe neuen Ort. So steht die interkulturelle Kompetenz im Vordergrund. Beide Partner entdecken gemeinsam etwas und es gibt keinen „Heimvorteil“. Es gibt diese Drittortbegegnungen („rencontres en tiers lieu“) für Sport- oder Kunstprojekte und eben auch für Theaterprojekte. Das KM hat in Verbindung mit dem Deutsch-französischen Jugendwerk (DFJW) im Jahre 2002 zum ersten Mal zu einem Treffen von deutschen und französischen Theaterlehrern und Theaterlehrerinnen eingeladen, um diese besondere Art des Austauschs auch ins Leben zu rufen. Bei diesem Treffen konnten sich die Partner der deutschen und französischen Schulen finden und erste Projekte planen. Seit diesem Zeitpunkt hat also z.B. das Ottheinrich-Gymnasium in Wiesloch eine Theater-Drittortbegegnung. Es ist eine hervorragende Möglichkeit für die Schüler/innen mit gleichaltrigen Muttersprachlern in Austausch zu treten und an einem Projekt zu arbeiten. Die Arbeit ist sowohl prozess- als auch produktorientiert und entspricht so in hohem Maße den Anforderungen der Bildungsstandards.
Für die Theater-Drittortbegegnung ist es wichtig, dass sich die deutschen und die französischen Lehrkräfte absprechen, wie die Gruppen zusammengesetzt werden sollen und welches Stück man zur Aufführung bringen möchte. Hier sind viele Möglichkeiten denkbar, wir haben die Erfahrung gemacht, dass es gut ist, eine deutsch-französische Stückfassung zu erstellen von einem deutschen oder einem französischen Stück – das könnte man z.B. immer abwechselnd machen. Die beiden Gruppen treffen sich dann am dritten Ort und treten von Anfang an in eine „echte“, weil an einem Produkt interessierte Kommunikation. Sie unterstützen sich gegenseitig, entwickeln Strategien Texte zu lernen, helfen sich bei sprachlichen Schwierigkeiten und arbeiten gemeinsam. Wir haben bemerkt, dass es für viele zu schwierig ist, in der Fremdsprache zu spielen und überlassen deshalb den Schülern/Schülerinnen, ob sie in der Mutter- oder in der Fremdsprache spielen möchten. In jedem Fall sind die beiden Sprachen von Anfang an immer präsent die Spracharbeit wird als solche zum Thema. Die englische Sprache spielt in dieser Art der Begegnung keine Rolle (anders als bei klassischen Austauschen). Bei der besonderen Form des Austauschs, die wir praktizieren, führen wir das Stück nach Abschluss von 5 Probentagen, die in jeder Hinsicht sehr intensiv sind, zunächst in dem einen, dann in dem anderen Land auf – dies allerdings in den jeweiligen Schulstädten, um Zuschauer gewinnen zu können. Es ist für die Teilnehmer/innen eine sehr besondere und gute Erfahrung, die Ergebnisse sind erstaunlich hochwertig und die Erfahrungsberichte immer sehr positiv. Die Aufführung ist auf Deutsch und Französisch, so, dass man sie auf jeden Fall in beiden Ländern verstehen kann. Zu den Aufführungen kann man die Eltern, Geschwister, Mitschüler/innen, Französisch- bzw. Deutschkurse einladen. Wichtig ist es noch zu sagen, dass die Theater-Drittortbegegnungen von jeweils zwei Lehrer/innen und einem Regisseur/ einer Regisseurin begleitet werden sollten. Die Begegnungen werden vom DFJW bezuschusst. Die Theater-Drittortbegegnungen können in jedem Gymnasium gemacht werden, bilinguale Gymnasien profitieren natürlich aufgrund des höheren Niveaus besonders. Für jede Schule sind die Theater-Drittortbegegnungen ganz besondere Momente im Schulalltag.
Am Ottheinrich-Gymnasium finden die Theater-Drittortbegegnungen seit 2004 statt, seit kurzem nur noch 2-jährlich.

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Die Theater-AG hat eine langjährige Tradition am OHG und wurde und wird von engagierten Kolleginnen und Kollegen geleitet. Zu nennen sind z.B. Herr Berberich, Frau Storck-Bayer und aktuell Pia Keßler und Elfi Korten, die die AG seit 18 Jahren leiten.
Die Teilnehmer der AG treffen sich einmal pro Woche um miteinander zu improvisieren, zu spielen, über Themen zu sprechen, die sie interessieren und denen sie sich im Spiel nähern wollen. Jedes Jahr gibt es eine Produktion, die drei bis viermal aufgeführt wird. Und jedes Jahr fahren wir ge-meinsam in eine Jugendherberge, um dort rund um die Uhr Theater zu spielen.

Die Theater-AG bietet den interessierten Schülerinnen und Schülern die Möglichkeit eines Ausgleichs zum Schulalltag, eine Möglichkeit sich kreativ zu betätigen, Seiten von sich einzubringen, die sonst eventuell wenig Beachtung finden.

Vor den Aufführungen verbringen alle die Wochenenden ge­meinsam zu Intensivproben, zum gemeinsamen Essen, zum Basteln von Kulissen und um gemeinsam Spaß zu haben.

Im Sommer 2009 wurde die traditionsreiche Theaterlandschaft des OHG um eine neue Gruppe erweitert: eine Englische Theater AG - die English Drama Group, geleitet von Frau Haag und Frau Falk.

Der Name ist dabei Programm. English Drama - in English, please. So werden beispielsweise bekannte englischsprachige Autoren wie Lewis Carroll oder William Shakespeare von unseren Schülerinnen und Schülern mal ganz anders und neu auf die Bühne gebracht. Und die englische Sprache ist dabei omnipräsent. Denn sowohl die Aufführungen als auch die Proben finden auf Englisch statt und bieten den Schülern einen einzigartigen Freiraum, sich in der Sprache und der Kultur zu bewegen.  Dabei bleiben neue Vokabeln ganz von selbst im Gedächtnis haften. Gleichzeitig übt man sich, völlig ohne Druck, auf Englisch zu verständigen und spontan zu reagieren. Aber das ist nur ein Nebeneffekt. Im Zentrum steht der Spaß am Theater, das gemeinsame Spiel in der Gruppe, das Sich-Ausprobieren und die Herausforderung, am Ende auf der großen Mensabühne zu stehen und ein großes Publikum zu begeistern.

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