„Lassen Sie uns die Zeit der Gemeinschaft genießen.“ Mit diesem Wunsch leitete der stellvertretende Schulleiter des Ottheinrich-Gymnasiums, Christian Annuschat, das diesjährige Weihnachtskonzert des Ottheinrich-Gymnasiums ein. Das Publikum folgte ihm gern und genoss in einer besinnlichen abendlichen Stunde die Früchte der musikalischen Arbeit am OHG. Erstmals fand das Konzert in der Wieslocher Dreifaltigkeitskirche statt. Bedenken, dass man diese große Kirche mit ihren mehr als 500 Sitzplätzen nicht mit Publikum würde füllen können, erwiesen sich als unbegründet. Gespannt lauschten die zahlreich anwesenden Zuhörer, im Halbdunkel des Kirchenraums sitzend oder gar stehend, den musikalischen Darbietungen.

Gut eintausend Schülerinnen und Schüler besuchen derzeit das OHG. Etwa zweihundert von ihnen wirken in einem der musikalischen Ensembles mit, die den Schulalltag in ihrer Vielstimmigkeit bereichern. Neben den traditionsreichen Instrumentalgruppen haben in den letzten Jahren die Chöre großen Zuwachs erhalten. Hier wird die musikalische Arbeit nicht nur innerhalb der einzelnen Ensembles, sondern auch übergreifend gut koordiniert, so dass Sangesfreudige jeder Altersstufe auf ihre Kosten kommen und ihre Fähigkeiten über einen langen Zeitraum unter fachkundiger Anleitung ausbilden können. Matthias Claudino hat den Unterstufenchor aufgebaut, in dem mittlerweile über sechzig Kinder aus den fünften und sechsten Klassen mit sichtbar großer Begeisterung singen. Seine Kollegin Sabrina Neidig knüpft mit ihren beiden Chören direkt hier an. Der Mittel- und Oberstufenchor zählt gut dreißig Sängerinnen und Sänger vom Siebtklässler bis zur Abiturientin. Die vierzig Mitglieder des stimmgewaltigen Schüler-Lehrer-Eltern-Chors repräsentieren, wie der Name schon andeutet, die Schulgemeinschaft in allen ihren alters- und gruppenspezifischen Facetten.

Die Darbietungen dieser drei großartigen Chöre bildete den Schwerpunkt des Weihnachtskonzerts. Die Klangfarben reichten dabei von weihnachtlich-besinnlich bis zu weltlich-schwungvoll. Neben traditionellen Weihnachtsliedern („Komm, Trost der Welt“) wurden auch beliebte moderne Ohrwürmer wie „Feliz Navidad“ aufgeführt, die das Publikum zum Mitschnipsen und -klatschen veranlassten. Ein Song von Xavier Naidoo, aufgeführt vom Unterstufenchor, fügte dem Konzert eine gesellschaftskritische Note hinzu. „Bitte hör nicht auf zu träumen von einer besseren Welt“, heißt es da, und: „Fangen wir an aufzuräumen!“ Besonders hervorzuheben sind die beiden Abschlusslieder des Weihnachtskonzerts, „The advent candle“ sowie „Follow the star to Bethlehem“, die unter der Regie von Sabrina Neidig vom Mittel-/Oberstufenchor sowie vom Schüler-Lehrer-Eltern-Chor gemeinsam aufgeführt wurden. Hier beeindruckte nicht nur das Volumen des Klangkörpers, sondern auch seine Dynamik, Vielseitigkeit und Klarheit.

Drei weitere Ensembles ergänzten und bereicherten das Programm mit ihren Auftritten. Das Unterstufenorchester zeigte, was es in nur drei Monaten unter der Leitung der Musikreferendarin Caroline Apfel erarbeitet hatte. Die Klassen 5a und 6a, die von Frau Apfel in Musik unterrichtet werden, gesellten sich in einem der drei Stücke als Chor hinzu. Der Musikkurs der J1 hatte unter der Leitung von Matthias Claudino eine ungewöhnliche Interpretation des bekannten Weihnachtslieds „In dulci jubilo“ erarbeitet, in der sich die getragene klassische mit einer rhythmisch verfremdeten Version abwechselte. Ebenfalls unter der Leitung von Herrn Claudino sang der Kammerchor zwei Stücke, die sich filigran und klangschön im großen Kirchenraum entfalteten. In einem der beiden Stücke fungierte das Saxophonspiel des Musiklehrers Robin Walter zunächst als Gegenpart zu den menschlichen Stimmen, bevor sich beides mit einem überraschenden Resonanzeffekt mischte.

Schulleiterin Dr. Svenja Kuhfuß beschloss das Konzert mit herzlichen Dankesworten an die Fachschaft Musik, die tagaus, tagein qualitätvolle musikalische Arbeit leistet. Im Anklang an das Lied „You raise me up“, das der Kammerchor aufgeführt hatte, beschrieb sie treffend den Effekt, den die musikalische Weihnachtsstunde auf das Publikum hatte: „Wir alle fühlen uns nun ein Stück weit emporgehoben.“

 

Fotos: Peter Neubauer (1, 2, 4 bis 6), Helmut Pfeifer (3)

 

 

 

 

 

 

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