weihnachtskonzert 2018 1 20181223 2032850778Glaubt man einer Umfrage, so singen 60 Prozent der Deutschen keine Weihnachtslieder mehr, sondern hören diese lieber aus der Konserve. Das diesjährige Weihnachtskonzert des Ottheinrich-Gymnasiums illustriert den positiven Umkehrschluss, den man aus diesen Zahlen ziehen kann: Immerhin 40 Prozent der Deutschen singen anscheinend noch selbst. Die Anzahl der Sängerinnen und Sänger in den drei Schulchören ist jedenfalls auf eine beachtliche Größe angewachsen. Doch nicht nur die Quantität, sondern auch die Qualität des in der vollbesetzten Wieslocher Laurentiuskirche Dargebotenen stimmte.

 

Das Orchester unter der Leitung von Christiane Weinmann machte als einziges Instrumentalensemble des Abends den Auftakt. Neben besinnlichen Weisen wie der Titelmusik aus dem bekannten Weihnachtsfilm „Drei Haselnüsse für Aschenbrödel“ gab es auch rockigere Klänge mit E-Gitarre und Schlagzeug. Das Medley „Dreams of Fireflies“ gefiel dem Publikum so gut, dass gleich im ersten Block eine Zugabe fällig war.

Alsdann enterte der Unterstufenchor den Altarraum, was bei den Zuhörern für Amüsement sorgte, da die Schlange der diszipliniert einmarschierenden Kinder kein Ende zu nehmen schien. Ihre vier Stücke boten die 60 jungen Sängerinnen und Sänger unter der Leitung von Matthias Claudino äußerst konzentriert, aber sehr dynamisch und virtuos dar. Der Chor versprühte eine ansteckende Begeisterung, so dass davon auszugehen ist, dass er im neuen Jahr weiter wachsen und gedeihen wird.
Die Siegerin des schulinternen Vorlesewettbewerbs, Helen Grabenbauer, trug sodann eine anrührende Geschichte aus der Nachkriegszeit vor. Selbst zu Weihnachten litten die Menschen damals unter Hunger, so dass manche von ihnen nur noch ans Essen denken konnten. Wer in einer solch existenziellen Situation seinen bescheidenen Reichtum mit seinen Mitmenschen teilt, der wird am Ende beschenkt. Diese Quintessenz des Textes gab gewissermaßen das Motto des Abends vor.
„Klein, aber fein“ ist das passende Attribut für den Kammerchor, der sich inzwischen aufgestellt hatte. Der Abiturient Daniel Fuhge, der den C-Schein für Kirchenmusik bereits in der Tasche hat und Musiklehrer werden möchte, initiierte dieses musikalische Projekt. Sein kleines achtköpfiges Ensemble dirigierte er gekonnt und souverän. Klangschön hallte das „Locus iste“ von Anton Bruckner durch den Kirchenraum.

Der Chor der Mittel- und Oberstufe sowie der Schüler-Lehrer-Eltern-Chor werden von Sabrina Neidig geleitet. Ihnen gehörte der letzte Abschnitt des Weihnachtskonzerts, in dem fünf Lieder erklangen. Die Tradition des Singens wird in diesen Chören nicht nur bewahrt, sondern über verschiedene Altersklassen und Zugehörigkeiten hinweg quicklebendig gehalten. Das finale Stück „Adore“, das von den insgesamt knapp 70 Sängerinnen und Sängern beider Chöre gemeinsam vorgetragen wurde, war im wahrsten Sinne des Wortes eine Wucht.

Im großen Altarraum wimmelte es geradezu, als abschließend alle Mitwirkenden nach vorn gebeten wurden. Schulleiterin Dr. Svenja Kuhfuß und ihr Stellvertreter Christian Annuschat bedankten sich bei ihnen und insbesondere bei den verantwortlichen Musiklehrkräften für den vorweihnachtlichen musikalischen Höhepunkt. Er zeuge von der hochwertigen Arbeit, die tagaus, tagein von der Musikfachschaft im OHG geleistet wird. Herr Annuschat zog die Parallele zur zuvor verlesenen Geschichte: Auch in der Musik führt das Mit-Teilen des eigenen Reichtums zu dessen Vermehrung. Wie zur Bestätigung seiner Worte erschallte die Orgel, die alle Anwesenden einlud, in „Stille Nacht, Heilige Nacht“ einzustimmen.

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Die Fotos stammen von Helmut Pfeifer, RNZ (oben rechts) und Anke Degenkolb. Weitere Bilder befinden sich in der Bildergalerie

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